Kollisionsverhütungsregeln (KVR)
Die KVR sind neben den 10 Goldenen Regeln die grundlegendsten Regeln, die ein Wassersportler beherrschen muss. Deshalb sind sie auch Bestandteil aller Prüfungen - allerdings in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden.
Von einem SBF-Anwärter werden nur ein paar wesentliche Regeln und ansonsten eher "Ja, ich hab's gelesen!" erwartet, während höhere Nachweise, wie der SKS, schon erweiterte Kenntnisse voraussetzen. Für den Erwerb von SSS oder SHS wird hingegen erwartet, dass der Anwärter alle Regeln in- und auswändig beherrscht.
ACHTUNG: Die hier aufgeführten KVR entsprechen nicht dem originalen Gesetzestext. Sie wurden um Kommentare und Anmerkungen bereichert, die das Verständnis der Regeln erleichtern sollen. Der Originaltext kann im Elektronischen Wasserstraßen Informationssystem (ELWIS) abgerufen werden.
Teil C - Lichter und Signalkörper
(a) Die Regeln dieses Teiles müssen bei jedem Wetter befolgt werden.
(b) Die Regeln über Lichter müssen zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang befolgt werden; während dieser Zeit dürfen keine Lichter geführt oder gezeigt werden, die mit den in diesen Regeln genannten Lichtern verwechselt werden können, deren Sichtbarkeit oder Unterscheidungsmöglichkeit beeinträchtigen oder den gehörigen Ausguck behindern.
(c) Die in diesen Regeln vorgeschriebenen Lichter müssen, wenn sie mitgeführt werden, bei verminderter Sicht auch zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang geführt oder gezeigt werden; in allen anderen Fällen dürfen sie geführt oder gezeigt werden, wenn es für erforderlich gehalten wird.
(d) Die Regeln über Singnalkörper müssen am Tage befolgt werden.
(e) Die in diesen Regeln genannten Lichter und Signalkörper müssen den Bestimmungen der Anlage I entsprechen.
Regel 21 - Begriffsbestimmungen
(a) Topplicht
bedeutet ein weißes Licht über der Längsachse des Fahrzeugs, das unbehindert über einen Horizontbogen von 225 Grad scheint, und zwar von recht voraus bis 22,5 Grad achterlicher als querab nach jeder Seite.
(b) Seitenlichter
bedeutet ein grünes Licht an der Steuerbordseite und ein rotes Licht an der Backbordseite, die jeweils unbehindert über einen Horizontbogen von 112,5 Grad scheinen, und zwar nach der betreffenden Seite von recht voraus bis 22,5 Grad achterlicher als querab. Auf einem Fahrzeug von weniger als 20 Meter Länge dürfen die Seitenlichter in einer Zweifarbenlaterne über der Längsachse geführt werden.
(c) Hecklicht
bedeutet ein weißes Licht, das so nahe wie möglich am Heck angebracht ist und das unbehindert über einen Horizontbogen von 135 Grad scheint, und zwar von recht achteraus 67,5 Grad nach jeder Seite.
(d) Schlepplicht
bedeutet ein gelbes Licht mit den Eigenschaften des unter Buchstabe c beschriebenen Hecklichts.
(e) Rundumlicht
bedeutet ein Licht, das unbehindert über einen Horizontbogen von 360 Grad scheint.
(f) Funkellicht
bedeutet ein Licht mit 120 oder mehr regelmäßigen Lichterscheinungen in der Minute.
Regel 22 - Tragweite der Lichter
Die in diesen Regeln vorgeschriebenen Lichter müssen die in Abschnitt 8 der Anlage I angegebenen Lichtstärken haben, so dass folgende Mindesttragweiten erreicht werden:
(a) Auf Fahrzeugen von 50 und mehr Metern Länge
- Topplicht, 6 Seemeilen;
- Seitenlicht, 3 Seemeilen;
- Hecklicht, 3 Seemeilen;
- Schlepplicht, 3 Seemeilen;
- weißes, rotes, grünes oder gelbes Rundumlicht, 3 Seemeilen.
(b) Auf Fahrzeugen von 12 und mehr, jedoch weniger als 50 Meter Länge
- Topplicht, 5 Seemeilen; auf Fahrzeugen von weniger als 20 Meter Länge, 3 Seemeilen;
- Seitenlicht, 2 Seemeilen;
- Hecklicht, 2 Seemeilen;
- Schlepplicht, 2 Seemeilen;
- weißes, rotes, grünes oder gelbes Rundumlicht, 2 Seemeilen.
(c) Auf Fahrzeugen von weniger als 12 Meter Länge
- Topplicht, 2 Seemeilen;
- Seitenlicht, 1 Seemeile;
- Hecklicht, 2 Seemeilen;
- Schlepplicht, 2 Seemeilen;
- weißes, rotes, grünes oder gelbes Rundumlicht, 2 Seemeilen.
(d) Auf schwer erkennbaren, teilweise getauchten Fahrzeugen oder Gegenständen, die geschleppt werden,
- weißes Rundumlicht, 3 Seemeilen.
Regel 23 - Maschinenfahrzeuge in Fahrt
(a) Ein Maschinenfahrzeug in Fahrt muss führen
i ein Topplicht vorn;
ii ein zweites Topplicht achterlicher und höher als das vordere; ein Fahrzeug von weniger als 50 Meter Länge kann ein solches Licht führen, ist jedoch nicht dazu verpflichtet;
iii Seitenlichter;
iv ein Hecklicht.
(b) Ein Luftkissenfahrzeug, das im nicht Wasser verdrängenden Zustand navigiert, muss außer den unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichtern ein gelbes Rundumlicht als Funkellicht führen.
(c) Nur bei Start, Landung und oberflächennahem Flug muss ein Bodeneffektfahrzeug zusätzlich zu den unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichtern ein leistungsstarkes rotes Rundumlicht als Funkellicht führen.
(d)
i Ein Maschinenfahrzeug von weniger als 12 Meter Länge darf an Stelle der unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht und Seitenlichter führen;
ii ein Maschinenfahrzeug von weniger als 7 Meter Länge, dessen Höchstgeschwindigkeit 7 Knoten nicht übersteigt, darf an Stelle der unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht und muss, wenn möglich, außerdem Seitenlichter führen;
iii das Topplicht oder das weiße Rundumlicht auf einem Maschinenfahrzeug von weniger als 12 Meter Länge darf außerhalb der Längsachse des Fahrzeugs geführt werden, wenn die Anbringung über die Längsachse nicht möglich ist, vorausgesetzt, dass die Seitenlichter in einer Zweifarbenlaterne über der Längsachse des Fahrzeugs geführt oder so nahe wie möglich in derselben Längsachse wie das Topplicht oder das weiße Rundumlicht angebracht werden.
Regel 24 - Schleppen und Schieben
(a) Ein schleppendes Maschinenfahrzeug muss führen
i an Stelle des in Regel 23 Buchstabe a Ziffer i oder ii vorgeschriebenen Lichtes zwei Topplichter senkrecht übereinander. Wenn der Schleppzug vom Heck des schleppenden Fahrzeugs bis zum Ende des Anhangs länger als 200 Meter ist, drei solche Lichter senkrecht übereinander;
ii Seitenlichter;
iii ein Hecklicht;
iv ein Schlepplicht senkrecht über dem Hecklicht;
v wenn der Schleppzug länger als 200 Meter ist, einen Rhombus förmigen Signalkörper dort, wo er am besten gesehen werden kann.
(b) Sind ein schiebendes und ein geschobenes Fahrzeug zu einer zusammengesetzten Einheit starr miteinander verbunden, so gelten sie als ein Maschinenfahrzeug und müssen die in Regel 23 vorgeschriebenen Lichter führen.
(c) Ein schiebendes oder längsseits schleppendes Maschinenfahrzeug muss, ausgenommen im Fall einer zusammengesetzten Einheit, führen
i an Stelle des in Regel 23 Buchstabe a Ziffer i oder ii vorgeschriebenen Lichtes zwei Topplichter senkrecht übereinander;
ii Seitenlichter;
iii ein Hecklicht.
(d) Ein Maschinenfahrzeug, für das Buchstabe a oder c dieser Regel gilt, muss auch Regel 23 Buchstabe a Ziffer ii befolgen.
(e) Ein geschlepptes Fahrzeug oder ein geschleppter Gegenstand mit Ausnahme der unter Buchstabe g genannten muss führen
i Seitenlichter;
ii ein Hecklicht;
iii wenn der Schleppzug länger als 200 Meter ist, einen Rhombus förmigen Signalkörper dort, wo er am besten gesehen werden kann.
(f) In beliebiger Anzahl längsseits geschleppte oder in einer Gruppe geschobene Fahrzeuge müssen die Lichter wie ein einzelnes Fahrzeug führen, wobei
i ein geschobenes Fahrzeug, das nicht Teil einer zusammengesetzten Einheit ist, vorn Seitenlichter führen muss;
ii ein längsseits geschlepptes Fahrzeug ein Hecklicht und vorn Seitenlichter führen muss.
(g) Ein schwer erkennbares, teilweise getauchtes geschlepptes Fahrzeug oder ein schwer erkennbarer, teilweise getauchter geschleppter Gegenstand oder eine Kombination solcher Fahrzeuge oder Gegenstände muss führen
i bei einer Breite von weniger als 25 Meter je ein weißes Rundumlicht an oder nahe dem vorderen und hinteren Ende, wobei Transportschläuche das vordere Licht nicht zu führen brauchen;
ii bei einer Breite von 25 und mehr Meter zwei zusätzliche weiße Rundumlichter an oder nahe den Außenseiten;
iii bei einer Länge von mehr als 100 Meter zusätzliche weiße Rundumlichter zwischen den unter den Ziffern i und ii vorgeschriebenen Lichtern, so dass der Abstand zwischen den Lichtern nicht mehr als 100 Meter beträgt;
iv einen Rhombus förmigen Signalkörper an oder nahe dem äußersten Ende des letzten geschleppten Fahrzeugs oder Gegenstands und, wenn der Schleppzug länger als 200 Meter ist, zusätzlich einen Rhombus förmigen Signalkörper dort, wo er am besten gesehen werden kann, und so weit vorn wie möglich.
(h) Kann ein geschlepptes Fahrzeug oder ein geschleppter Gegenstand die unter Buchstabe e oder g vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper aus einem vertretbaren Grund nicht führen, so müssen alle möglichen Maßnahmen getroffen werden, um das geschleppte Fahrzeug oder den geschleppten Gegenstand zu beleuchten oder die Anwesenheit eines solchen Fahrzeugs oder Gegenstands zumindest erkennbar zu machen.
(i) Kann ein üblicherweise nicht bei Schleppvorgängen eingesetztes Fahrzeug aus einem vertretbaren Grund die unter Buchstabe a oder c vorgeschriebenen Lichter nicht zeigen, so braucht es diese Lichter nicht zu führen, wenn es ein anderes Fahrzeug schleppt, das sich in Not befindet oder aus anderen Gründen Hilfe benötigt. Es müssen alle nach Regel 36 zulässigen möglichen Maßnahmen getroffen werden, um die Art der Verbindung zwischen dem schleppenden Fahrzeug und dem geschleppten Fahrzeug erkennbar zu machen, insbesondere durch Anleuchten der Schleppleine.
Regel 25 - Segelfahrzeuge in Fahrt und Fahrzeuge unter Ruder
(a) Ein Segelfahrzeug in Fahrt muss führen
i Seitenlichter;
ii ein Hecklicht.
(b) Auf einem Segelfahrzeug von weniger als 20 Meter Länge dürfen die unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichter in einer Dreifarbenlaterne vereinigt werden, die an oder nahe der Mastspitze dort angebracht ist, wo sie am besten gesehen werden kann.
(c) Ein Segelfahrzeug in Fahrt darf zusätzlich zu den unter Buchtabe a vorgeschriebenen Lichtern an oder nahe der Mastspitze zwei Rundumlichter senkrecht übereinander dort führen, wo sie am besten gesehen werden können, und zwar das obere rot und das untere grün; diese Lichter dürfen jedoch nicht zusammen mit der Dreifarbenlaterne nach Buchstabe b geführt werden.
(d)
i Ein Segelfahrzeug von weniger als 7 Meter Länge muss, wenn möglich, die unter Buchstabe a oder b vorgeschriebenen Lichter führen; andernfalls muss eine elektrische Lampe oder eine angezündete Laterne mit einem weißen Licht gebrauchsfertig zur Hand gehalten und rechtzeitig gezeigt werden, um einen Zusammenstoß zu verhüten.
ii Ein Fahrzeug unter Ruder darf die in dieser Regel für Segelfahrzeuge vorgeschriebenen Lichter führen; andernfalls muss eine elektrische Lampe oder eine angezündete Laterne mit einem weißen Licht gebrauchsfertig zur Hand gehalten und rechtzeitig gezeigt werden, um einen Zusammenstoß zu verhüten.
(e) Ein Fahrzeug unter Segel, das gleichzeitig mit Maschinenkraft fährt, muss im Vorschiff einen Kegel - Spitze unten - dort führen, wo er am besten gesehen werden kann.
Regel 26 - Fischereifahrzeuge
(a) Ein fischendes Fahrzeug in Fahrt oder vor Anker darf nur die in dieser Regel vorgeschriebenen Lichter und Signalkörper führen.
(b) Ein fischender Trawler, das heißt ein Fahrzeug, das ein Schleppnetz oder ein anderes Fanggerät durchs Wasser schleppt, muss führen
i zwei Rundumlichter senkrecht übereinander, das obere grün und das untere weiß, oder ein Stundenglas;
ii ein Topplicht achterlicher und höher als das grüne Rundumlicht; ein Fahrzeug von weniger als 50 Meter Länge kann ein solches Licht führen, ist jedoch nicht dazu verpflichtet;
iii bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter diesem Buchstaben vorgeschriebenen Lichtern Seitenlichter und ein Hecklicht.
(c) Ein fischendes Fahrzeug, das nicht trawlt, muss führen
i zwei Rundumlichter senkrecht übereinander, das obere rot und das untere weiß, oder ein Stundenglas;
ii bei ausgebrachtem Fanggerät, das waagerecht mehr als 150 Meter ins Wasser reicht, ein weißes Rundumlicht oder einen Kegel - Spitze oben - in Richtung des Fanggeräts;
iii bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter diesem Buchstaben vorgeschriebenen Lichtern Seitenlichter und ein Hecklicht.
(d) Die zusätzlich zu diesen Regeln in Anlage II beschriebenen Signale gelten für ein fischendes Fahrzeug, das sich in nächster Nähe anderer fischender Fahrzeuge befindet.
(e) Ein nicht fischendes Fahrzeug darf die in dieser Regel vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper nicht führen, sondern nur die für ein Fahrzeug seiner Länge vorgeschriebenen.
Regel 27 - Manövrierunfähige oder manövrierbehinderte Fahrzeuge
(a) Ein manövrierunfähiges Fahrzeug muss führen
i zwei rote Rundumlichter senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können;
ii zwei Bälle oder ähnliche Signalkörper senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können;
iii bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter diesem Buchstaben vorgeschriebenen Lichtern Seitenlichter und ein Hecklicht.
(b) Ein manövrierbehindertes Fahrzeug, ausgenommen ein Fahrzeug beim Minenräumen, muss führen
i drei Rundumlichter senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können. Das obere und das untere Licht müssen rot, das mittlere muss weiß sein;
ii drei Signalkörper senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können. Der obere und der untere Signalkörper müssen Bälle, der mittlere muss ein Rhombus sein;
iii bei Fahrt durchs Wasser zusätzlich zu den unter Ziffer i vorgeschriebenen Lichtern ein Topplicht oder mehrere Topplichter sowie Seitenlichter und ein Hecklicht;
iv vor Anker zusätzlich zu den unter den Ziffern i und ii vorgeschriebenen Lichtern oder Signalkörpern das Licht, die Lichter oder den Signalkörper nach Regel 30.
(c) Ein schleppendes Maschinenfahrzeug muss während eines Schleppvorgangs, bei dem das schleppende Fahrzeug und sein Anhang erheblich behindert sind, vom Kurs abzuweichen, zusätzlich zu den in Regel 24 Buchstabe a vorgeschriebenen Lichtern oder Signalkörpern die unter Budhstabe b Ziffer i und ii dieser Regel vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper führen.
(d) Ein manövrierbehindertes Fahrzeug, das baggert oder Unterwasserarbeiten ausführt, muss die unter Buchstabe b Ziffern i, ii und iii vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper führen, bei Behinderung außerdem
i zwei rote Rundumlichter oder zwei Bälle senkrecht übereinander, um die Seite anzuzeigen, an der die Behinderung besteht;
ii zwei grüne Rundumlichter oder zwei Rhomben senkrecht übereinander, um die Passierseite für ein anderes Fahrzeug anzuzeigen;
iii vor Anker an Stelle der Lichter oder des Signalkörpers nach Regel 30 die unter diesem Buchstaben vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper.
(e) Macht die Größe eines Fahrzeugs bei Taucherarbeiten es unmöglich, alle unter Buchstabe d vorgeschriebenen Lichter und Signalkörper zu führen, so sind zu führen
i drei Rundumlichter, senkrecht übereinander dort, wo sie am besten gesehen werden können. Das obere und das untere Licht müssen rot, das mittlere muss weiß sein;
ii die Flagge "A" des Internationalen Signalbuchs als Tafel von mindestens 1 Meter Höhe. Ihre Rundumsichtbarkeit muss sichergestellt sein.
(f) Ein Fahrzeug beim Minenräumen muss zusätzlich zu den in Regel 23 vorgeschriebenen Lichtern für Maschinenfahrzeuge oder zu den Lichtern oder dem Signalkörper nach Regel 30 für ein Fahrzeug vor Anker drei grüne Rundumlichter oder drei Bälle führen. Eines dieser Lichter oder einer dieser Signalkörper muss nahe dem Vormasttopp und eines oder einer an jedem Ende der vorderen Rah geführt werden. Diese Lichter oder Signalkörper zeigen an, dass es für andere Fahrzeuge gefährlich ist, sich dem Minenräumfahrzeug auf weniger als 1.000 Meter zu nähern.
(g) Fahrzeuge von weniger als 12 Meter Länge, mit Ausnahme solcher Fahrzeuge, die Taucherarbeiten durchführen, brauchen die in dieser Regel vorgeschriebenen Lichter und Signalkörper nicht zu führen.
(h) Die in dieser Regel vorgeschriebenen Signale sind keine Notsignale, durch die Hilfeleistung verlangt wird. Solche Signale sind in Anlage IV aufgeführt.
Regel 28 - Tiefgang behinderte Fahrzeuge
Ein Tiefang behindertes Fahrzeug darf zusätzlich zu den in Regel 23 für Maschinenfahrzeuge vorgeschriebenen Lichtern drei rote Rundumlichter senkrecht übereinander oder einen Zylinder dort führen, wo sie am besten gesehen werden können.
Regel 29 - Lotsenfahrzeuge
(a) Ein Fahrzeug im Lotsendienst muss führen
i an oder nahe dem Masttopp zwei Rundumlichter senkrecht übereinander, das obere weiß und das untere rot;
ii in Fahrt zusätzlich Seitenlichter und ein Hecklicht;
iii vor Anker zusätzlich zu den unter Ziffer i vorgeschriebenen Lichtern das Licht oder die Lichter oder den Signalkörper, die in Regel 30 für Fahrzeuge vor Anker vorgeschrieben sind.
(b) Ein Lotsenfahrzeug, das nicht im Lotsendienst ist, muss die für ein Fahrzeug seiner Länge vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper führen.
Regel 30 - Fahrzeuge vor Anker und auf Grund
(a) Ein Fahrzeug vor Anker muss dort, wo sie am besten gesehen werden können, führen
i im vorderen Teil ein weißes Rundumlicht oder einen Ball;
ii an oder nahe dem Heck ein weißes Rundumlicht niedriger als das Licht nach Ziffer i.
(b) Ein Fahrzeug vor Anker von weniger als 50 Meter Länge darf an Stelle der unter Buchstabe a vorgeschriebenen Lichter ein weißes Rundumlicht dort führen, wo es am besten gesehen werden kann.
(c) Ein Fahrzeug vor Anker darf auch die vorhandenen Deckslichter oder gleichwertige Lichter zur Beleuchtung der Decks einschalten; ist das Fahrzeug 100 und mehr Meter lang, so ist es dazu verpflichtet.
(d) Ein Fahrzeug auf Grund muss die unter Buchstabe a oder b vorgeschriebenen Lichter führen und zusätzlich dort, wo sie am besten gesehen werden können,
i zwei rote Rundumlichter senkrecht übereinander;
ii drei Bälle senkrecht übereinander.
(e) Ein Fahrzeug von weniger als 7 Meter Länge vor Anker, das sich nicht in einem engen Fahrwasser, einer Fahrrinne oder auf einer Reede oder in der Nähe davon oder dort befindet, wo andere Fahrzeuge in der Regel fahren, braucht nicht die unter den Buchstaben a und b vorgeschriebenen Lichter oder den dort vorgeschriebenen Signalkörper zu führen.
(f) Ein Fahrzeug von weniger als 12 Meter Länge auf Grund braucht nicht die unter Buchstabe d Ziffern i und ii vorgeschriebenen Lichter oder Signalkörper zu führen.
Regel 31 - Wasserflugzeuge
Kann ein Wasserflugzeug oder ein Bodeneffektfahrzeug keine Lichter oder Signalkörper führen, deren Eigenschaften oder Anordnung den Regeln dieses Teils entsprechen, so muss es Lichter und Signalkörper führen, deren Eigenschaften und Anordnung diesen so weit wie möglich vergleichbar sind.
Sportbootführerschein See: Zusammenfassung
Dies ist für SBF-Anwärter der aufwändigste Teil der KVR. Zwar bedeutet es nicht, dass man deswegen die Prüfung vergeigt, wenn man diese Regeln nicht genau kennt. Aber man kann sie durchaus retten, wenn es an anderer Stelle nicht 100%ig sitzt. Deshalb: Lerne so viel über die Lichterführung, wie in deinen Kopf passt.
- Topp ist Oben und meint "nach vorne" oder "rundherum"
- Heck ist Hinten und meint "nach hinten"
- Funkeln ist schnelles Blinken
- Die Tragweite (Sichtweite) der Lichter muss mindestens 2 Seemeilen betragen.
- An den Lichtern kann man auch bei Dunkelheit erkennen, was der Feind macht. Deshalb sind die Lichter für jede Aktion (vor Anker liegen, rumtreiben, fahren, abgeschleppt werden, etc. ), jeden Schiffstyp (Motorfahrzeug, Segelfahrzeug, etc.) und jede Schiffsgröße (unter 7 m, unter 12 m, unter 50 m, über 100 m) unterschiedlich.
Wichtige Prüfungsfragen:
- Maschinenfahrzeug in Fahrt mit weniger als 50 m Länge
- Maschinenfahrzeug in Fahrt mit mehr als 50 m Länge
- Ankerlieger mit mehr als 100 m Länge
- Schleppverband mit weniger als 200 m Länge
- Schleppverband mit mehr als 200 m Länge
- Lichter geschleppter Fahrzeuge
- Manövrierunfähiges Fahrzeug
- in Fahrt
- mit Fahrt durchs Wasser
- Manövrierbehindertes Fahrzeug
- in Fahrt
- mit Fahrt durchs Wasser und einer Länge von mehr als 50 m
- Grundsitzer
- mit weniger als 50 m Länge
- mit mehr als 50 m Länge
- Ankerlieger
- Tiefgangbehindertes Fahrzeug
- in Fahrt
- in Fahrt mit mehr als 50 m Länge
- Fischender Trawler
- mit Fahrt durchs Wasser und mehr als 50 m Länge
- Nicht-trawlender Fischer (z.B. Treibnetz)
- Fischendes Fahrzeug in Fahrt
- Wer darf die Dreifarbenlaterne führen?
- Wer darf die Zweifarbenlaterne führen?
- In welchen Höhen und Winkeln dürfen Topplichter, Seitenlichter und Hecklicht angebracht werden?
Du wirst in der Prüfung nicht alle Fragen beantworten müssen, aber einige davon werden dir gestellt. Versuche, wenigstens ein paar dieser Lichterführungen zu lernen.
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Teil A - Allgemeines
Teil B - Ausweich- und Fahrregeln
Abschnitt I - Verhalten von Fahrzeugen bei allen Sichtverhältnissen
Abschnitt II - Verhalten von Fahrzeugen, die einander in Sicht haben
Abschnitt III - Verhalten von Fahrzeugen bei verminderter Sicht
Teil C - Lichter und Signalkörper
Teil D - Schall- und Lichtsignale
Teil E - Befreiungen
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