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Aufruf: Wir brauchen deine Hilfe!

Die Prüfungen zum Sportbootführerschein See & Sportbootführerschein Binnen sind am 30. April 2012 abgelaufen und nur noch für Nachprüfer/Durchfaller interessant.

Die neuen Prüfungen - gültig ab 1. Mai 2012 - zum

findest du auf unserer neuen Website:

www.wassersport-akademie.org

 

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Lernhilfen zur Lichterführung

Auf der Straße interessiert uns die Lichterführung nicht so wahnsinnig. Ist's weiß, kommt's entgegen, ist's rot, haut's ab und ist's gelb und blinkt, will's abbiegen. ... Mehr muss man auf der Straße kaum wissen.

Im Gegensatz dazu ist die Lichterführung auf dem Wasser eines der wichtigsten Erkennungsmerkmale für Gefahren. Es zeigt uns auch in absoluter Dunkelheit an, was für einen Feind wir sehen, wohin er fährt und was er macht.

Da das aber ziemlich ungewohnt ist, blättern wir es langsam und vorsichtig auf. Es ist leicht zu erkennen, dass uns die Erfinder der KVR keineswegs ein Ei auf die Schiene nageln wollten, als sie sich die Lichter ausdachten...

Die "Standard"-Lichterführung

In der Prüfung für den Sportbootführerschein ist diese Lichterführung immer die "beste Kann-Lösung", deshalb MÜSSEN wir sie wissen.
Die merkwürdigen Winkel der Lichter ergeben einen logischen Sinn, sobald man darüber nachdenkt, was sich daraus ergibt.

Dröseln wir es mal langsam auf:

Da haben wir ein Hecklicht mit einem Winkel von 135°. Zusammen mit dem Topplicht ergibt es einen Vollkreis von 360°. Und da beide Lichter weiß sind, wissen wir nicht, ob wir das Fahrzeug von vorn oder von hinten sehen. Also brauchen wir noch eine Unterscheidungsmöglichkeit, die Seitenlichter.

Cleverweise sind die Seitenlichter so angebracht, dass wir immer nur eines der beiden sehen können. Außerdem deckt jedes Seitenlicht zu seiner Seite exakt den Winkel des Topplichts ab, was den merkwürdig krummen Winkel von 112,5° erklärt.

Daraus ergibt sich:

Das Hecklicht kann immer nur allein gesehen werden. Das bedeutet, dass wir immer dann, wenn wir ein weißes Licht sehen, davon ausgehen, dass wir überholen (und deshalb einen großen Bogen um das Licht machen müssen).

Die Seitenlichter überschneiden sich auf einem Winkel von 112,5° mit dem Topplicht. Das bedeutet, dass wir stets ein weißes und ein rotes oder grünes Licht sehen, wenn uns jemand entgegen kommt oder unseren Kurs schneidet. Je nach Farbe will er von Rechts nach Links (Rot + Weiß) oder von Links nach Rechts (Grün + Weiß) vorbeifahren.

Merksatz: Das Hecklicht hat 135°. Alle anderen Winkel ergeben sich aus dem Vollkreis (360°).

Die vereinfachte Lichterführung

Die vereinfachte Lichterführung ergibt sich aus der Zusammenlegung von Hecklicht (135°) und Topplicht (225°).

Am Prinzip ändert sich im Vergleich zum "Standard" nichts. Lediglich die Lage des (scheinbaren) Hecklichts ist nicht mehr erkennbar. Drehungen (Kursänderungen) sind also nicht mehr so leicht auszumachen.

Eine weitere Vereinfachung ist eine Zweifarbenlaterne für die Seitenlichter. Da das Topplicht (Rundumlicht) aber mindestens 1 m höher als die Seitenlaternen angebracht sein muss, kann man keine Dreifarbenlaterne verwenden.

Deshalb dürfen nur kleinere Fahrzeuge mit dieser Vereinfachung ausgestattet werden.

Merksatz: Topp- und Hecklicht lassen sich zum Rundumlicht zusammenlegen. Seitenlaternen dürfen Zweifarbenlaternen (Rot + Grün) sein.

Das 7er-Licht

Diese Lichterführung ist das absolute Minimum, das bei Nacht leuchten muss.

Es ist nur für Maschinenfahrzeuge unter 7 m und mit einer Geschwindigkeit von höchstens 7 kn erlaubt. Und selbst dort ist es nur als Notlösung gestattet.

Merksatz: Wir merken uns das "7er Licht" für Fahrzeuge mit höchstens 7 m und maximal 7 kn.

Segelboote, Ruderboote, geschleppte Fahrzeuge

Segelboote, Ruderboote und geschleppte Fahrzeuge verwenden eine Lichterführung ohne Topplicht.

In der vereinfachten Variante können sie auch eine Dreifarbenlaterne verwenden, wenn sie unter 20 m lang sind.

Damit erkennen wir die "hilflos Dahintreibenden" leichter. Denn wenn wir ein buntes (rotes oder grünes) Licht sehen, ohne dass ein weißes dabei ist, muss es ein Segelboot, ein Ruderboot oder ein geschlepptes Fahrzeug sein.

Sehen wir hingegen das weiße Hecklicht, ist es egal, was da treibt: Wir sind der Überholende und müssen in jedem Fall Platz machen.

Dampferlicht für Segelfahrzeuge

Benutzt ein Segelfahrzeug die Maschine, wird es zum Maschinenfahrzeug. Dementsprechend muss es auch das Topplicht einschalten. Damit hat es die gleiche Lichterführung, wie ein Maschinenfahrzeug und wird auch entsprechend behandelt.

Und weil das Licht ein Indikator für "Maschine läuft!" ist, heißt es volkstümlich auch "Dampferlicht".

Notbeleuchtung

Obwohl die Beleuchtung laut KVR Pflicht ist und der Fahrzeugführer dafür verantwortlich ist, dass die Lichter auch funktionieren, kann es passsieren, dass man ohne Licht dasteht. Batterie ist leer, die Dunkelheit hat uns überrascht, ... es gibt viele Gründe.

In einem solchen Fall ist ein Mann im Ausguck zu positionieren, der mit einer Taschenlampe oder einem anderen Licht das vorgeschriebene Licht (Mindestbeleuchtung) ersetzt. Auf Segelfahrzeugen kann er übrigens einfach in das Segel leuchten, so dass eine große, hell leuchtende Fläche entsteht.

Mehrere Topplichter

Hat ein Fahrzeug mehrere Topplichter, ist es mit großer Wahrscheinlichkeit länger als 50 m. Die KVR sagen zwar, dass auch kürzere Fahrzeuge mehrere Topplichter haben dürfen, aber nur Fahrzeuge mit mehr als 50 m müssen mehrere haben. Im Zweifel nehmen wir das unangenehmere an.

Da die Topplichter unterschiedlich hoch angebracht sein müssen, können wir an der Stellung der Topplichter noch besser erkennen, wohin der Gegner will.

Stehen beide Topplichter übereinander, kommt er frontal auf uns zu. Sehen wir zwei höhenversetze weiße Lichter und dazu ein rotes Licht, kreuzt er unseren Kurs von Rechts nach Links. (Wäre es das Grüne Licht, würde er unseren Kurs von Links nach Rechts kreuzen.)

Merksatz: Sehen wir zwei Topplichter, haben wir es mit einem Fahrzeug von mindestens 50 m Länge zu tun.

Höhe des Topplichts

Auch die Höhe des Topplichts kann uns Auskunft darüber geben, was da draußen los ist. Die angegebenen Höhen sind jeweils Mindesthöhen. Es kann also sein, dass das Fahrzeug kleiner als erwartet ist; aber nicht, dass das Fahrzeug plötzlich doch größer ist...

Schiffslänge Höhe des Topplichts
< 12 m 1 m
12-20 m 2,5 m
20-50 m 6 m
> 50 m zweites Topplicht, mindestens 4,5 m höher und deutlich weiter achtern als das andere Topplicht

Das hilft uns schon mal, ungefähr abzuschätzen, ob wir eine Chance haben, den Gegner zu versenken, oder ob er stärker ist.

Merksatz: Je länger das Fahrzeug ist, desto höher muss das Topplicht sein.

Lernkontrolle

  • Wie sieht das "7er Licht" aus?
  • Wie sieht die Standard-Lichterführung aus?
  • Welche Vereinfachung ist anstelle der beiden Seitenlichter erlaubt?
  • Welche Lichter müssen Segler, Ruderboote und Geschleppte zeigen?
  • Wie hoch muss das Topplicht eines Maschinenfahrzeugs sein, dessen Länge
    • 12-20 m beträgt?
    • 20-50 m beträgt?
  • In welchem Winkel leuchtet das Hecklicht?

 

Prüfungsfragen (SBF See)

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