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Was erwartet mich in der Prüfung?

Sind es neugierige oder ängstliche Blicke in deine Zukunft? 

Hier erfährst du, was dich in der Prüfung erwartet - und du wirst enttäuscht sein: Weder ist sie schwer, noch ist sie geheimnisvoll! Nichts, was einen ernsthaft vom Hocker hauen kann...

 

Die Theorie-Prüfung

Die theoretische Prüfung nimmt den deutlich überwiegenden Teil der Zeit der gesamten Prüfung für den SBF See ein.

30 Fragen auf einem von 20 Fragenbögen
freitextlich zu beantworten (keine Ankreuzfragen)

1 Kartenaufgabe, die 3 Fragen enthält.

Unter dem Strich stehen also 33 Fragen, die es zu beantworten gilt.

Der gesamte theoretische Fragenkatalog ist öffentlich und kann in unserem Download-Center oder beim Elektronischen Wasserstraßen-Informationssytem (ELWIS) herunter geladen werden. Er besteht aus 20 Fragebögen mit je 30 Fragen und einer Kartenaufgabe.

Jede Frage wird mit 2 Punkten bewertet. Ist die Antwort vollständig und sachlich richtig, werden 2 Punkte gegeben. Für die teilweise Beantwortung kann 1 Punkt gegeben werden. Die Kartenaufgabe wird mit max. 6 Punkten bewertet. Daraus ergibt sich, dass maximal 66 Punkte zu erreichen sind.

Sachlich richtig meint nicht, dass du die offizielle Antwort wörtlich wiedergeben musst, sondern, dass sie inhaltlich richtig sein muss. Wähle also deine eigenen Worte, wenn es dir leichter fällt!

Soviel brauchst du aber gar nicht, denn die theoretische Prüfung ist bestanden, wenn mindestens 54 Punkte erzielt werden. Zwischen 54 und 43 Punkten kann die Prüfungskommission eine mündliche Nachprüfung anberaumen. Diese erfolgt im Regelfall am gleichen Tag.

siehe auch: Vorbereitungen zur Prüfung

Die Praxis-Prüfung - Teil 1: Manöver fahren

Achtung! Zur praktischen Prüfung benötigst du ein eigenes Boot! Wenn du einen Offline-Kurs belegt hast, ist es i.d.R. bereits im Preis enthalten. Als Autodidakt musst du dich aber selbst darum kümmern. Wende dich in diesem Fall einfach an uns oder an eine Bootsfahrschule deines Vertrauens.

Die praktische Prüfung ist die weitaus gefährlichere Prüfung!

Wir haben schon Leute durchfallen sehen, die seit vielen Jahren auf dem Wasser unterwegs sind. ... Der Grund? Selbstüberschätzung!

Anders als auf die theoretische Prüfung bereiten sich manche Teilnehmer auf praktischen Prüfungen nicht ausreichend vor. Und dann passiert es: Ein Knoten, den man eigentlich im Schlaf zu kennen glaubt, ein Manöver, das man schon x-mal gefahren hat, passt einfach nicht. Und in dieser Prüfung ist nun einmal nur eine Wiederholung gestattet.

In diesem Prüfungsteil musst du beweisen, dass du ein Boot sicher führen kannst. Dazu gehören

  • An- und Ablegen am Steg,
  • Fahren nach Schifffahrtszeichen,
  • Fahren nach Kompass,
  • Peilen mit Hilfe des Kompasses,
  • Person-über-Bord-Manöver (Das ist mit höchster Wahrscheinlichkeit in jeder Prüfung dabei!),
  • Anlegen einer Rettungsweste (Das wird extrem selten in der Prüfung abgefordert)

Hier können die Prüfer alle oder nur ausgewählte Manöver verlangen. Jedes Manöver darf einmal wiederholt werden. Eine zweite Wiederholung ist nicht möglich.

Siehe auch: Tipps und Manöver zur praktischen Prüfung

Zur Vorbereitung auf die praktische Prüfung bieten wir auch Praxisstunden - unser sogenanntes "Angst-Training" an. Dort kannst du dich noch einmal intensiv auf die Prüfung vorbereiten, Fragen stellen sowie Knoten und Manöver üben.

Die Praxis-Prüfung - Teil 2: Seemanns-Knoten

Zusätzlich zu den Manövern wird in der praktischen Prüfung die Kenntnis der 10 wichtigsten Knoten verlangt. Dies sind

  • Achtknoten,
  • Kreuzknoten,
  • Schotstek (einfach und doppelt),
  • Slipstek,
  • Stopperstek
  • Palstek,
  • Webleinstek,
  • Halber Schlag,
  • Rundtörn mit zwei halben Schlägen und
  • Klampenschlag (Belegen einer Klampe).

Die Prüfer werden verlangen, dass aus dieser Auswahl fünf (5) Knoten vorgeführt werden müssen. Dabei ist ein Fehler erlaubt. Bereits der zweite Fehler wird als "Nichtbestehen der praktischen Prüfung" gewertet.

Die Theorie-Prüfung - Mündliche Nachprüfung?

Wenn du zur mündlichen Nachprüfung bestellt wirst, hast du echtes Glück!

Erstens weißt du, dass du irgendwo zwischen 54 und 43 Punkten gelandet bist. Und zweitens bedeutet das, dass du so gut wie fast bestanden hast - also keine Angst! (Währenddessen zittern die Anderen noch vor den Ergebnissen!)

Die Prüfer werden in der mündlichen Prüfung ca. 15 Minuten lang herauszufinden versuchen, woran es lag, dass du so knapp daneben gelegen hast. Warst du aufgeregt? Oder wusstest du wirklich nicht genug?

Damit die mündliche Prüfung fair zugeht, beschränkt auch sie sich auf Fragen aus den amtlichen Fragenkatalogen. Und weil die Prüfer nicht erst seit gestern Erfahrung mit der Prüfungsangst und unglücklichen Gesichtern haben, werden sie ganz sicher nicht versuchen, dich irgendwie zu ärgern!

Also Ruhe bewahren, Frage anhören und nach bestem Wissen beantworten. Da man hier nichts Falsches sondern nur zu wenig sagen kann, gilt hier die Devise: Reden ist Gold! Selbst wenn man keinen blassen Schimmer hat, kann man sich mit umfassenden Erläuterungen seiner Antwort durchaus den notwendigen Punkten annähern.

Kann man durchfallen?

Nein! - Definitiv NEIN!

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass du eine Prüfung (oder alle beide Prüfungen) vergeigst. Dafür ist es schließlich eine "Prüfung".

Aaaaaaber: Das bedeutet nur einen Aufschub! Du kannst dich so oft zur Prüfung anmelden, wie du willst! Es gibt keine Beschränkung, und keine Zurückweisung. Folglich kannst du den Prüfern so oft auf die Nerven gehen, bis sie dir den Schein endlich geben.

Regeln für Durchfaller
Nachdem du bei einer Prüfung durchgefallen bist, musst du nur eine 4-Wochen-Sperre einhalten. In dieser Zeit darfst du dich auch bei keiner anderen Prüfungskommission zur Prüfung anmelden. Nutze diese Zeit, um die Fehler auszubügeln und melde dich dann erneut zur Prüfung an! Es wäre doch gelacht, wenn du das nicht schaffen würdest!

Muss ich die gesamte Prüfung wiederholen, wenn ich eine Teil-Prüfung bestanden habe?
Nein! Nur, wenn du beide Prüfungsteile vergeigst, musst du auch beide Prüfungsteile wiederholen. Wenn du die Praxis-Prüfung bestehst und die Theorie-Prüfung verhaust, musst du auch nur die Theorie-Prüfung wiederholen. (Umgekehrt ebenso!)

Achtung! Zur Wiederholung einer Teilprüfung (oder zur Nachprüfung, wenn du eine Teil-Prüfung ausgelassen hast), hast du ab dem Datum, an dem du die andere Teilprüfung bestanden hast, genau ein Jahr Zeit. ... Das ist aber mehr als reichlich! Bisher hat es jedenfalls nur "Zeit-Schlampen" nicht gereicht...

Oh mein Gott! Ich werde trotzdem durchfallen!

Weil immer wieder ängstlich danach gefragt wird: Ein paar ausführlichere Worte zum "Durchfallen beim SBF See".

Generell KANN man in dieser Prüfung nicht durchfallen.
Im Zweifel hast du so viele Versuche frei, wie du brauchst, um den Schein zu bekommen!

Und - rein statistisch - bestehen etwa 85% die Prüfungen bereits im ersten Durchlauf. Weniger als 5% aller Prüfungsteilnehmer brauchten mehr als 2 Wiederholungsprüfungen.

Die meisten Rohrkrepierer waren Fehler, die sich die Prüfungsteilnehmer selbst zuzuschreiben hatten. Einige der blödesten Fehler wollen wir hier nennen:

 

Langjährige Wassersportler überschätzten ihr theoretisches Wissen.
Listigerweise sind Theorie(Prüfungen) und Praxis zwei Seiten derselben Medaille. In der Prüfung werden auch Fragen gestellt, die man - insbesondere nach langjähriger Erfahrung - ganz anders beantworten würde, als die "offizielle Antwort" zulässt. Und in der Prüfung zählt nun einmal nicht, was du willst, sondern wie die Antwort lauten muss.

Lösung: Wir haben nicht umsonst den Online-Kurs mit umfangreichen Erläuterungen zu den Prüfungsfragen für dich bereitgestellt! Beschäftige dich damit!

Wassersportler überschätzen ihr praktisches Können.
Die meisten von uns, die bald in die Prüfungen gehen wollen, haben bereits mehr oder weniger reichlich Erfahrung auf dem Wasser. Meistens sind sie mit noch erfahreneren Leuten unterwegs und haben sich sehr intensiv abgeschaut, was man wann und wie macht.
Auch hier gilt wieder einmal: Auch wenn es "praktische Prüfung" heißt, liegt der Schwerpunkt auf PRÜFUNG. Das bedeutet, dass so mancher Handgriff in der Prüfung schlicht ... sagen wir ... anders ist, als du ihn in der Praxis abgeschaut hast.

Lösung: Egal wieviel Erfahrung du hast - buche wenigstens 2-3 Stunden Praxistraining in einer Profi-Bootsfahrschule! Die Trainer dort zeigen dir, welche Manöver in der Prüfung verlangt werden und wie du sie korrekt ausführst.

Falsche Zeiteinteilung in der theoretischen Prüfung.
Immer wieder passiert es, dass die Prüfungsteilnehmer plötzlich - und völlig unerwartet - den Ruf hören "Bitte geben Sie jetzt ab! Die Zeit ist um!", aber kaum 10 Fragen beantwortet haben. Und obwohl sie eigentlich bestehen würden, weil sie alles (oder das meiste) wussten, hat ihre falsche Zeiteinteilung ihnen einen Strich durch den Führerschein gemacht. Das muss absolut nicht sein!

Lösung: Beachte unsere Prüfungs-Tipps!
 

Mehrere Prüfungen an einem Tag.
Auch das ist eines der Durchfall-Phänomene (nicht so sehr die Diarrhoe ist jetzt gemeint, auch wenn's im Ergebnis ebenfalls mit dem Begriff eines Stoffwechselendproduktes beschrieben wird).
Du träumst vom Wasserurlaub und willst "mal eben schnell" die Scheine SBF See, SBF Binnen, SRC und UBI machen. Man hat dir vielleicht sogar erzählt, dass das gar nicht schlimm ist, weil SBF See und SBF Binnen sich doch so sehr ähneln, und weil SRC und UBI sich auch nicht allzu fremd sind, so dass es ja "nur 2 richtige" Prüfungen an einem Tag sind...
Das stimmt durchaus. Du musst nur ungefähr 1.200 Fragen auswendig gelernt haben und auch noch unterscheiden können, zu welcher Prüfung sie gehören. Das ist besonders lustig, wenn die Fragen sich nur in wenigen - dafür aber Punkte-wichtigen - Details unterscheiden. ... Kurz: Wenn du ein fotographisches Gedächtnis hast, mindestens Memory-Kreisliga-Meister bist, Glücks- und Ratespiele magst ... oder einfach Lust auf wochenlange Selbstquälerei hast, dann versuch's doch!

Lösung: Nimm dir für jeden Schein mindestens 4 und höchstens 8 Wochen Zeit. Das entzerrt und macht die Prüfungen unendlich entspannter ... und erfolgreicher. Die höchste Durchfaller-Quote haben die "Mehrfach-Prüfer"...

Was muss ich zur Prüfung mitbringen?

  • weicher Bleistift und Radiergummi
  • blau oder schwarz schreibender Kugelschreiber
  • Navigations-Besteck (Zirkel und Dreiecke)
  • eigenes Boot für die Praxis-Prüfung

Ausreichend Essen und Trinken für einen Tag. Prüfungen sind Stress für Körper und Seele. Packe dir ausreichend Essen und Trinken ein, damit du nicht auf halber Strecke vor Hunger und Durst Sterne siehst.

Nicht erlaubt sind Hilfsmittel, wie Bücher, Spickzettel, Aufzeichnungen, etc. Deshalb kannst du sie auch gleich zu Hause lassen.

Einen Taschenrechner wirst du nur benötigen, wenn du nicht einmal dreistellige Zahlen im Kopf addieren und subtrahieren kannst. Sicherheitshalber kündige das bei der Kommission an, denn programmierbare Taschenrechner führen zur Disqualifikation!

Wir holen den Wassersport aus deinem Trockendock!

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