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Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen)
Kein Schein wird so uneinheitlich behandelt, wie der Sportbootführerschein Binnen.
Ebenso, wie der Sportbootführerschein See ist er nicht Pflicht, wenn du Segelboote, Ruderboote oder andere Fahrzeuge mit einer Motorleistung unter 3,68 kW (5 PS) führen willst. Eine Bundesländer schreiben ihn jedoch schon für Segelboote vor, wenn die Segelflächen 3 m² (Berlin) oder 6 m² (Sachsen) überschreiten.
Die interessieren uns hier im Norden aber herzlich wenig. In Mecklenburg-Vorpommern gilt:
Segelboote, Ruderboote und Motorboote mit einer Motorleistung von unter 3,68 kW (5 PS) sind nicht führerscheinpflichtig. Verleiher von Motorfahrzeugen sehen ihn allerdings gern als Nachweis deiner Fähigkeiten - und nicht zuletzt aus Versicherungsgründen.

Als ob die Uneinheitlichkeit im Bundesgebiet nicht schon genug wäre (in manchen Bundesländern musst du einen Segelschein für Segelboote ab 3 qm haben, in anderen erst ab 10 qm), gibt es auch noch unterschiedliche Möglichkeiten, diese Prüfung zu absolvieren - und damit unterschiedliche "Erlaubnis-Stufen":
- Binnen Motor
Mit diesem Schein darfst du alle Sport-Motorboote auf Binnengewässern fahren; bist aber bei Segelbooten regional unterschiedlich eingeschränkt.
- Binnen Segel
Der Segelschein erlaubt dir das Führen so ziemlich aller Boote auf Binnengewässern --- wenn sie denn Segel haben. Hängt allerdings ein Motor am Boot, geht's nicht mehr vom Steg weg.
- Binnen Motor + Segel
Das ist der "vollständige Schein", mit dem du alle Sport-Fahrzeuge auf Binnengewässern der Bundesrepublik bewegen darfst.
Wie in jeder Wassersport-Prüfung müssen auch hier ein paar theoretische Aufgaben erfüllt werden. Je nach Prüfungsziel (Motor oder Segel) unterscheiden sich natürlich auch die Fragen ein wenig.
Allen gemeinsam ist aber, dass der Fragenkatalog öffentlich bekannt ist, so dass man sich sehr gezielt auf die theoretische Prüfung vorbereiten kann.
Der Fragenkatalog besteht aus vier Teilen:
- Allgemeiner Teil (333 Fragen)
Dieser Teil gilt für alle Varianten der Prüfung.
- Motor-Teil (68 Fragen)
Dieser Teil gilt logischerweise nur für die Motor-Prüfung.
- Segel-Teil (94 Fragen)
Dieser Teil gilt natürlich nur für die Segel-Prüfung.
- Surf-Teil (98 Fragen)
Konsequenterweise müssen sich mit diesen Fragen nur jene auseinander setzen, die den "Surf-Schein" machen wollen.
Pro Prüfungsteil sind 30 Minuten zur Beantwortung der Fragen vorgesehen, so dass es sich leicht ausrechnen lässt, wie lange die Prüfung dauern wird:
- Nur Motor: 60 Minuten
- Nur Segel: 60 Minuten
- Motor + Segel: 90 Minuten
Theoretische Prüfung: Allgemeiner Teil
Um diesen allgemeinen Teil kommt niemand herum, der den SBF Binnen ins Auge gefasst hat. Er besteht aus 333 Fragen, die in 15 verschiedene Fragebögen aufgeteilt werden. In jedem Fragebogen sind 24 Fragen aus dem Fragenpool enthalten, wobei 45 Punkte die maximal erreichbare Punktzahl sind.
Für diesen Prüfungsteil gibt man dir 30 Minuten Zeit, so dass du für jede Frage etwas mehr als eine Minute Zeit hast.
Bestanden hat, wer mindestens 36 Punkte erreicht. Zwischen 35 und 30 Punkten ist man Kandidat für die mündliche Nachprüfung. Unter 30 Punkten ist die Prüfung nicht bestanden.
Hinweis: Wer nur "nachprüft", also den SBF Binnen Motor beispielsweise schon besitzt und jetzt den SBF Binnen Segel machen will, der muss diesen Prüfungsteil nicht mehr absolvieren. Er wird als "bereits bestanden" angerechnet.
Theoretische Prüfung: Motor
Wer sich für diese Prüfung entschieden hat, der wird mit 8 Fragen in einem von 15 verschiedenen Fragebögen konfrontiert. Dabei sind maximal 15 Punkte erreichbar.
Wenn du diesen Prüfungsteil machen möchtest, bekommst du weitere 30 Minuten Zeit, so dass du für die Prüfung SBF Binnen (Motor) eine ganze Stunde Zeit hast.
Du brauchst mindestens 12 Punkte, um diesen Teil zu bestehen. Wer 11 oder 10 Punkte geschafft hat, wird Kandidat für die mündliche Nachprüfung. Unter 10 Punkten ist dieser Prüfungsteil nicht bestanden.
Theoretische Prüfung: Segel
Für Segler gibt es einen Fragenpool aus 94 Fragen. In der Prüfung wirst du einen von 15 verschiedenen Fragebögen bekommen, in dem du 15 Fragen beantworten musst. Dabei sind maximal 30 Punkte erreichbar.
Wer mindestens 24 Punkte schafft, hat die Prüfung bestanden. Zwischen 23 und 20 Punkten bist du reif für die mündliche Nachprüfung. Unter 20 Punkten gilt dieser Prüfungsteil als nicht bestanden.
Dich hat's erwischt! Du bist Kandidat der mündlichen Nachprüfung!
Das ist absolut keine Katastrophe. Im Gegenteil! Während die meisten anderen Prüfungsteilnehmer noch in Ungewissheit zittern, weißt du schon mal, dass du die Prüfung definitiv schaffen kannst. Du musst nur ein paar mündliche Fragen der Prüfungskommission beantworten, um die fehlenden Punkte zu erhaschen. Und weil die Prüfungskommission auch keine Lust hat, dich durchfallen zu lassen, werden sie sich viel Mühe geben, dir zu deinem Schein zu helfen.
Dabei machen sie es dir sehr leicht, denn alle Fragen, die sie stellen, sind Fragen des offiziell bekannten Fragenkatalogs. Und alles, was du machen musst, ist Reden, Reden, Reden! Denn natürlich kann die Prüfungskommission nur Antworten bewerten, die auch gegeben wurden.
Wer die Prüfung zum Sportbootführerschein See (SBF See) bereits abgelegt hat, dem wird die praktische Prüfung angerechnet, so dass die praktische Prüfung "Motor Binnen" entfällt.

In der praktischen Prüfung wird selbstverständlich ebenfalls zwischen Motor und Segel unterschieden. In allen Varianten musst du aber die Kenntnis der wichtigsten Knoten beweisen. Dazu musst du 5 der 10 "Prüfungs-Knoten" korrekt stecken.
- Halber Schlag (bzw. zwei halbe Schläge)
- Roringstek
- Achtknoten
- Kreuzknoten
- Schotstek
- Palstek
- Stopperstek
- Webleinstek
- Klampenschlag (Belegen einer Klampe)
Versemmelst du den ersten Versuch an einem Knoten, bekommst du einen zweiten Versuch. Vergeigst du zwei Versuche, gilt die praktische Prüfung als nicht bestanden.
Tipp: Insbesondere Autodidakten sollten die Gelegenheit nutzen, in Bootsfahrschulen Praktische Kurse zu buchen, in denen ihnen ein Trainer noch einmal hilft, sich gezielt auf die Prüfung vorzubereiten, Knoten zu üben, Manöver zu fahren und das An- und Ablegen zu trainieren.
Praktische Prüfung: Motor
Wer die Prüfung zum Sportbootführerschein See (SBF See) bereits abgelegt hat, dem wird die praktische Prüfung angerechnet, so dass die praktische Prüfung "Motor Binnen" entfällt.
In der Motor-Prüfung musst du ein paar grundlegende Manöver fahren, und so dem Prüfer - der mit an Bord ist - beweisen, dass du nicht gleich das erste feindliche Schiff versenkst, wenn du den Schein in der Tasche hast.
- Ablegen
- Fahren nach Schifffahrtszeichen
- "Boje-über-Bord"-Manöver (als Ersatz für das "Person-über-Bord"-Manöver)
- Anlegen
Der Prüfer entscheidet, welche Manöver er sehen möchte, so dass du eine sehr individuelle Prüfung haben wirst. Aber das kennst du ja schon von der Auto- oder Mopedführerschein-Prüfung. Insgesamt dauert die Prüfung aber nicht länger als 20 Minuten, so dass du nicht stundenlang übers Wasser kurven musst.
Für jedes Manöver hast du zwei Versuche. Vergeigst du den ersten Versuch, wirst du einen zweiten Versuch bekommen. Entweder sagt der Prüfer dir "Ungültig!" oder du musst - völlig erstaunt ;) - das gleiche Manöver im Verlauf der Prüfung noch einmal fahren. Vergeigst du auch den zweiten Versuch zu einem beliebigen Manöver, gilt die Prüfung als nicht bestanden.
Mehr Tipps: Tipps zur praktischen Prüfung SBF Binnen Motor
Praktische Prüfung: Segel
Die praktische Segel-Prüfung läuft ähnlich ab, wie die praktische Motor-Prüfung. Der Prüfer, der meistens nicht mit an Bord geht, wird dir Anweisungen geben, welche Manöver er gern von dir sehen will.
- Ablegen
- Fahren von Kursen
- "Boje-über-Bord"-Manöver (als Ersatz für "Person-über-Bord"-Manöver)
Meistens wird dieses Manöver als Beinahe-Aufschießer verlangt
- Anlegen
Was auch immer der Prüfer dir zuruft, nach höchstens 20 Minuten ruft er "Komm zurück! Anlegen!" und diese Prüfung ist gelaufen.
Für jedes Manöver hast du zwei Versuche. Vergeigst du den ersten Versuch, wirst du einen zweiten Versuch bekommen. Entweder ruft der Prüfer dir "Ungültig!" zu oder du musst - völlig erstaunt ;) - das gleiche Manöver im Verlauf der Prüfung noch einmal fahren. Vergeigst du auch den zweiten Versuch zu einem beliebigen Manöver, gilt die Prüfung als nicht bestanden.
Hinweis: Diese Prüfung entfällt, wenn du bereits im Besitz des Sportküstenschifferscheins (SKS) bist. In diesem Fall wird der SKS automatisch als "praktische Prüfung SBF Binnen Segel = bestanden" angerechnet.
Die gute Nachricht zuerst: Das ist keine Katastrophe! Du kannst so viele Wiederholungsprüfungen machen, bis die Prüfungs-Kommission genervt aufgibt und dir den Schein aushändigt.
Nach einer vergeigten Prüfung gilt eine 4-Wochen-Sperre. Danach darfst du wieder antreten und den Teil der Prüfung - Theorie oder Praxis (oder beide) - wiederholen, den du nicht geschafft hast. Solltest du einen Prüfungsteil bereits bestanden haben, musst du diesen nicht wiederholen, solange du innerhalb von 2 Jahren auch den zweiten Teil bestehst.
... Kann man Prüfungen noch einfacher gestalten?
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Online-Kurs SBF Binnen Motor + Segel
- Alle Fragen des Fragenkatalogs SBF Binnen
Je nach Prüfung gilt das für den Allgemeinen Teil (alle; außer Nachprüfer), den Motorteil (nur Motor) den Segelteil (nur Segel) oder alle Teile (Motor + Segel)
- Vorkenntnisse sind nicht erforderlich
Entgegen anders lautenden Gerüchten hat man keinen besonderen Nachteil, wenn man nicht schon "jahrelang mitgefahren" ist. Wer würde heute ruhigen Gewissens sagen können, dass er nach jahrzehntelangem Führerscheinbesitz noch die Prüfung bestehen würde? ;)
- Praktische Übung vor der Prüfung
Auch jene, die schon seit vielen Jahren "mitfahren", sei ans Herz gelegt, vor der praktischen Prüfung ein wenig zu üben. Viele der Prüfungsaufgaben sind zwar klassisch-seemännisch, werden aber unter Prüfungsbedingungen sehr stark zusammengedrängt.
Oder musstest du unter normalen Umständen schon mal innerhalb von 5 Minuten 6 verschiedene Knoten machen? Fährst du gar nach Kompass zu deinem Liegeplatz?
Siehst du! Deshalb solltest du dir die Zeit nehmen, und ein paar Übungsstunden einplanen, bevor du zur Prüfung gehst. ... Nur um sicher zu gehen. ;)
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