Anders als in der Prüfung zum Sportbootführerschein See werden hier nicht nur "ein paar zusammenhanglose Manöver" abgefragt. Stattdessen darfst du ca. eine halbe Stunde lang ein wenig deiner ganzheitlichen Fähigkeiten, ein Sportboot führen zu können, unter Beweis stellen.
(Diese umständliche Formulierung ist darauf zurückzuführen, dass es trotz aller Bemühungen, die Prüfung praxisnah zu gestalten, immer noch eine "Ich frag dich - du antwortest!"-Prüfung bleibt. Erst die nachfolgenden Scheine, wie SSS und SHS, machen den Prüfer zum - mehr oder weniger - stillen Beobachter.)
Zu diesem Zweck kommen mehrere Prüfer mit an Bord und werden dich etwa eine halbe Stunde lang mit Fragen aus dem SKS-Fragenkatalog beschäftigen. Da es jedoch keine mündliche Prüfung ist, zielen alle Fragen auf "Zeigen Sie jetzt mal, was Sie machen, wenn ...". Dabei werden möglichst aus den aktuellen Begleitumständen der Prüfungsfahrt verschiedene Fragen und Aufgaben gestellt
- Manöver ("So, und jetzt machen Sie mal eine Wende!")
- Maschinenkunde ("Zeigen Sie uns mal den Keilriemen am Motor dieses Bootes und sagen Sie uns, wie man den wechselt, wenn er kaputt ist!")
- Knotenkunde ("Wir werden gleich da vorn am Dalben anlegen. Bereiten Sie die Vorleine vor!")
- Navigation ("Die Tonne da vorn ... Was war das noch gleich für eine?") aber auch ("Setzen Sie auf der Seekarte einen Kurs auf die Tonne C15 ab und sagen Sie den zu fahrenden MgK-Kurs an!")
- Wegerecht ("Da vorn kommt ein Schiff auf uns zu. Wer muss ausweichen und warum?")
- Wetterkunde ("Sehen Sie die dunkle Wolke da drüben? Was müssen Sie tun, um dieses Boot auf den Sturm vorzubereiten?")
Es ist verständlich, dass man solche Prüfungen zweifellos am besten mit einem eingespielten Team absolviert. Deshalb bieten viele Bootsfahrschulen dieses Praxistraining als Kombination aus Meilentörn und Praxisprüfung an. Während der 5-7 Tage hat man so ausreichend Zeit, Boot und Besatzung kennen zu lernen, sich aufeinander einzuspielen und alle möglichen Fragen und Übungen zur Prüfung durchzugehen.
Aber natürlich ist das keine Verpflichtung: Selbstverständlich kann ein Segler oder Motorbootfahrer seine SKS-Kenntnisse auch mit einer unbekannten Mannschaft unter Beweis stellen; was die Praxisnähe weitaus mehr betonen würde, denn wann hat man schon mal eine gut eingespielte Besatzung aus 4-8 begeisterten Seglern oder Motorbootfahrern zur Verfügung?